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Der Teufel im Fenster: Wie Engel- und Teufelsmotive die Automatenwelt prägten

Von Die Redaktion · 25. August 2026

Der Teufel im Fenster: Wie Engel- und Teufelsmotive die Automatenwelt prägten

Ein neues Release ruft alte Symbole zurück

Warum ausgerechnet Engel und Teufel auf den Walzen landeten

Unter den aktuellen Neuerscheinungen sticht ein Slot mit deutlich religiös aufgeladenem Namen hervor: Judgement Day Megaways beschwört das Bild vom Jüngsten Gericht, mit Posaunenengeln, Waagen und feurigen Symbolen auf den Walzen. Wer sich mit der Geschichte mechanischer Spielautomaten beschäftigt, erkennt darin sofort ein sehr altes Motiv wieder. Lange bevor Bildschirme Symbole animierten, zierten Engel, Teufel und Heiligenscheine die gusseisernen Gehäuse früher Automaten.

Schon die ornamentalen Standautomaten der Jahrhundertwende trugen oft kleine Reliefs von Putten oder geflügelten Figuren, eingegossen in die schweren Metallfronten. Sie hatten nichts mit dem Spielprinzip selbst zu tun, sondern sollten die Aufstellung veredeln, dem Gerät etwas von der Feierlichkeit einer Kirchturmuhr oder eines Kaminsimses verleihen. Ein Automat war damals ein technisches Wunderwerk, und man verpackte dieses Wunder gern in vertraute, fast sakrale Formen.

Der Teufel wiederum tauchte in ganz anderer Funktion auf. Bei etlichen frühen amerikanischen Maschinen wurde ein kleines Teufelssymbol als besonders unglücksbringend oder umgekehrt als heimlicher Glücksbringer gedeutet, je nach Aberglauben der Spielhallenbetreiber. Manche Automaten aus den 1930er Jahren zeigten stilisierte Teufelsköpfe direkt neben Kirschen und Glocken, eine Mischung aus Jahrmarktsästhetik und dem Wunsch, das Spiel ein wenig gefährlich wirken zu lassen, ohne es tatsächlich zu sein.

Diese doppelte Symbolik, Engel als Zeichen der Eleganz, Teufel als Zeichen des Nervenkitzels, zieht sich durch die gesamte Designgeschichte der Branche. Sie erklärt auch, warum ein modernes digitales Spiel wie Judgement Day Megaways auf genau dieses Bildvokabular zurückgreift. Es ist kein Zufall, sondern eine sehr bewusste Anleihe bei einer jahrzehntealten visuellen Sprache, die Spieler unbewusst mit Spannung und Bedeutung verbinden.

Was diese Symbolik für Sammler heute bedeutet

Zwischen Aberglaube, Ornament und Nostalgie

Für uns als Händler physischer Sammlerstücke ist genau dieser Rückgriff besonders interessant. Wer eine restaurierte Maschine mit gegossenen Engelsfiguren am Gehäuserand im Wohnzimmer stehen hat, besitzt ein Stück dieser Symbolgeschichte im Original, nicht als Bildschirmanimation, sondern als greifbares Metall, das sich kalt und schwer anfühlt.

In unserer Werkstatt sehen wir solche Details oft erst nach der Grundreinigung. Jahrzehntelanger Staub und alte Politur verdecken feine Gravuren, die erst nach vorsichtiger Behandlung wieder sichtbar werden. Ein Engelsrelief am Münzeinwurf oder ein kleines geprägtes Teufelsgesicht am Hebelsockel sind dann keine Zufallsfunde mehr, sondern bewusst platzierte Designelemente, die dem Gerät einst einen besonderen Charakter geben sollten.

Sammler, die sich für dieses Segment interessieren, achten heute gezielt auf solche Details. Zwei baugleiche Automaten desselben Herstellers können sich allein durch die Qualität und den Erhaltungszustand ihrer ornamentalen Verzierung im Wert erheblich unterscheiden. Ein scharf konturiertes Relief spricht für eine frühe Gussserie, während spätere, vereinfachte Varianten oft günstiger produziert wurden.

Wer eine solche Maschine ins eigene Zuhause holt, sollte sich außerdem über die Aufstellung Gedanken machen. Ornamentierte Gehäuse wirken am besten in Räumen mit warmem, seitlichem Licht, das die Reliefs plastisch hervortreten lässt, statt sie flach erscheinen zu lassen wie unter grellem Deckenlicht. Auch die Nähe zu anderen Sammlerstücken mit ähnlicher Formsprache, etwa alten Musikboxen oder Wanduhren, unterstreicht den historischen Charakter der Ecke.

Neben der Optik lohnt sich immer ein Blick auf die Mechanik dahinter. Ornamentale Details sagen wenig über den Zustand von Walzen, Federwerk oder Auszahlmechanik aus, weshalb wir bei jeder Maschine, die unser Haus verlässt, beides prüfen und dokumentieren, das äußere Erscheinungsbild und die innere Technik gleichermaßen.

Am Ende zeigt ein Spiel wie Judgement Day Megaways vor allem eines: Die Bildsprache, mit der Glücksspiel seit jeher inszeniert wird, ist erstaunlich beständig. Engel, Teufel, Posaunen und Waagen wandern von gegossenem Metall auf digitale Walzen, aber die Faszination für das Dramatische bleibt dieselbe. Für uns bedeutet das, dass jede restaurierte Maschine mit solchen Motiven ein Stück lebendiger Designgeschichte ist, die man anfassen und in den eigenen vier Wänden weitererzählen kann.

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