Magazin / Der Pharao im Walzenfenster: Warum ägyptische Schätze die Automatenwelt nie loslassen

Der Pharao im Walzenfenster: Warum ägyptische Schätze die Automatenwelt nie loslassen

Von Die Redaktion · 12. August 2026

Der Pharao im Walzenfenster: Warum ägyptische Schätze die Automatenwelt nie loslassen

Der Pharao im Walzenfenster

Ein neues Release erinnert an ein sehr altes Sammlerthema

Mit Book of Tut Megaways ist gerade wieder ein Slot erschienen, der ganz auf das alte Ägypten setzt: Skarabäen, Pharaonenmasken, Pyramiden im Hintergrund, dazu goldene Symbole, die über die Walzen laufen. Für alle, die sich mit der Geschichte der Automaten beschäftigen, ist das kein neuer Einfall, sondern die Fortsetzung einer Bildsprache, die es schon lange vor dem Bildschirm gab.

Der Ursprung liegt in der sogenannten Ägyptomanie, jener Begeisterung für Pharaonen und Hieroglyphen, die nach der Entdeckung von Tutanchamuns Grab 1922 durch Europa und Amerika fegte. Möbel, Schmuck, Kinofassaden und eben auch Unterhaltungsautomaten übernahmen die Formensprache: spitze Giebel, Sphinxköpfe, goldfarbene Ornamente.

Wer heute ein mechanisches Gehäuse aus dieser Zeit in Händen hält, sieht diese Handschrift oft direkt am Blech. Gegossene Zierleisten in Pyramidenform, geätzte Glasscheiben mit Hieroglyphenmuster, manchmal ein kleiner Sphinxkopf als Verzierung über der Münzöffnung. Das war keine Nebensache, sondern bewusst gewählte Ausstattung, um die Automaten begehrenswert zu machen.

Für Sammler ist genau das heute der Reiz. Ein Gehäuse mit ägyptischem Dekor verrät oft mehr über die Herstellungszeit als jedes Typenschild, weil bestimmte Ornamentformen nur in engen Zeitfenstern verbaut wurden. Zustand von Glas und Gussteilen entscheidet dabei stärker über den Wert als bei schlichteren Modellen, und wer die Details kennt, kann eine echte Rarität von einer späteren Nachbauversion unterscheiden.

Zwischen Pyramide und Peep-Show-Rolle

Was das Motiv im heimischen Sammlerregal bedeutet

Die Verbindung zwischen digitalem Reel und mechanischem Original zeigt sich am deutlichsten im Detail. Skarabäus, Auge des Horus, Ankh-Kreuz: Diese Symbole wandern seit Jahrzehnten zwischen Bildschirm und Blechgehäuse hin und her, ohne ihre Grundform wirklich zu verändern. Ein Zeichen, das schon 1930 als Glückssymbol galt, funktioniert heute genauso gut als Scatter.

In einem Sammlerraum entfaltet ein solches Gehäuse seine Wirkung meist erst im Zusammenspiel. Neben einem Automaten mit Pyramidenmotiv wirken alte Kinoplakate mit Ägyptenthema, ein Satz Vintage-Spielkarten mit Hieroglyphendruck oder einfach warmes, leicht gedimmtes Licht, das die Goldtöne der Gussteile zur Geltung bringt. Manche Sammler stellen bewusst zwei oder drei thematisch verwandte Stücke nebeneinander, um zu zeigen, wie unterschiedlich Hersteller dasselbe Motiv über die Jahrzehnte interpretiert haben.

Wer selbst nach einem passenden Stück sucht, findet in unserer Sammlung immer wieder Gehäuse, deren Verzierungen genau in diese Zeit fallen, von zurückhaltenden Applikationen bis zu aufwendig gestalteten Frontpartien. Ein Blick auf spielautomaten-de.de.com lohnt sich, wenn man wissen möchte, welche Stücke gerade verfügbar sind.

Die Pflege solcher Gehäuse verlangt etwas mehr Sorgfalt als bei nüchterneren Modellen. Goldfarbene Lackierungen und feine Gussgrate vertragen aggressive Reiniger schlecht, und die mechanischen Walzen darunter brauchen weiterhin regelmäßige, leichte Ölung, damit sie sich nicht festsetzen. Wer restauriert, sollte lieber vorsichtig testen als großflächig auftragen, denn ein einmal abgetragener Goldton lässt sich kaum wieder originalgetreu herstellen.

Dass ausgerechnet das alte Ägypten seit einem Jahrhundert zuverlässig funktioniert, liegt wohl daran, dass es Reichtum, Geheimnis und Abenteuer in einem einzigen Bild vereint, ohne dass es weiterer Erklärung bedarf. Genau diese Klarheit machte das Motiv schon für die ersten Automatenbauer attraktiv, lange bevor es in animierter Form auf Bildschirme wanderte, und sie erklärt, warum sich Designer bis heute kaum von diesem Bilderkanon lösen.

Ob als neues Online-Release oder als acht Jahrzehnte altes Gehäuse im Wohnzimmer: Das Pharaonenmotiv verbindet beide Welten auf eine Weise, die selten so greifbar wird wie hier. Wer einmal ein Original vor sich stehen hat, versteht schnell, warum dieses Thema die Sammlerszene nie ganz losgelassen hat.

← Zurück zum Magazin